Betriebliche Pandemievorsorge
Unternehmen in der Verantwortung
Für die meisten Bürger ist das Infektionsrisiko besonders am Arbeitsplatz hoch: Sie verbringen dort einen Großteil ihrer Zeit – meist in enger Zusammenarbeit mit Kollegen, Kunden und Lieferanten. Gleichzeitig drohen Unternehmen im Falle einer erhöhten Krankheitsrate massive Produktivitäts- und Umsatzeinbußen. Eine nachhaltige betriebliche Gesundheitsvorsorge, die umfassende Information der Mitarbeiter über präventive Hygienemaßnahmen sowie eine frühzeitige Notfallplanung ist daher für Unternehmen eine wertvolle Investition in die Risikovorsorge. Unterstützung erhalten Unternehmen dabei von unabhängigen Experten, wie etwa den Arbeitsmedizinischen Diensten des TÜV Rheinland.
Betriebliches Risikomanagement im Pandemiefall
Ziel eines betrieblichen Pandemienotfallplans ist es, Maßnahmen zu definieren und umzusetzen, die es im Falle akuter, überdurchschnittlich hoher krankheitsbedingter Arbeitsausfälle ermöglichen, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Unternehmen können damit nicht nur betriebswirtschaftliche Risiken und mögliche Ausfallszeiten reduzieren. Entsprechende Regelungen sowie umfassende Aufklärungsmaßnahmen leisten auch einen wichtigen Beitrag, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten und geben diesen mehr Sicherheit und eine klare Orientierung.
Die Entwicklung von Pandemieplänen liegt in der Verantwortung der einzelnen Unternehmen. Unterstützung erhalten sie bei Bedarf bei den Gesundheitsämtern, Arbeitsmedizinischen Diensten oder vom Betriebsarzt:
Die Arbeitsmedizinischen Dienste GmbH des TÜV Rheinland bietet beispielsweise eine auf Ihr Unternehmen abgestimmte Pandemieplanung an, die Ihre betrieblichen Risiken minimiert.
Mit der TÜV MediLine – einer kompetenten 24-Stunden-Beratung zu allen relevanten Gesundheitsfragen – stehen Ihnen und Ihren Mitarbeitern täglich rund um die Uhr Experten der Arbeitsmedizinischen Dienste für Fragen zur Verfügung.
Auch das Bundesministerium für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg bieten ein kostenloses Handbuch zur betrieblichen Pandemieplanung im Internet zum Download an. Das Handbuch dient als Leitfaden für Unternehmen zur Erstellung eines eigenen, auf die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Betriebs angepassten Pandemieplans.
Pandemienotfallplan im Überblick
Vor der Pandemie
- Betriebliche und personelle Planung: u.a. Bildung eines Krisenmanagementteams, Definition der Kernfunktionen im Betrieb, Regeln für Absprachen mit Geschäftskunden und Lieferanten, Planung der Personalbetreuung, Sicherung der Versorgung und des Schutzes des Unternehmens, Aufbau von Kontakten zu Einrichtungen außerhalb des Betriebs.
- Beschaffung von Hygienematerialien: z.B. Atemschutzmasken, Handschuhe, persönliche Schutzausrüstung, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Arzneimittel.
- Kommunikation und Information: u.a. Entwicklung des innerbetrieblichen Kommunikationsnetzes, Information und Aufklärung der Mitarbeiter über notwendige Hygienemaßnahmen.
Während der Pandemie
- Aufrechterhaltung des Betriebs: u.a. Aktivierung des betrieblichen Pandemieplans, Anpassung der Produktion und Kommunikation, Verzicht auf Großveranstaltungen, Ersatz von persönlichen Meetings durch Online-Konferenzen, Sicherung der Informationstechnologie, Aktivierung des Werkschutzes.
- Organisatorische Maßnahmen für das Personal: u.a. Anpassung des Personalbedarfs an die Pandemiesituation, Versorgung und Betreuung des aktiven Personals, Einhaltung von Verhaltensregeln im täglichen Umgang mit Kollegen, Kunden etc., kontinuierliche Information der Mitarbeiter.
- Externe Information: u.a. Beschaffung von Informationen von Fachbehörden über die Pandemieentwicklung und behördliche Entscheidungen, Nutzung des Netzwerks mit anderen Betrieben, Austausch von Informationen mit Behörden.
Nach der Pandemie
- Rückkehr zum Normalbetrieb: u.a. Information der Mitarbeiter über betriebliche Bewältigung der Pandemie, Kooperation mit vorübergehenden Partnern lösen, Betriebsfunktionen in Normalzustand bringen, Auswertung von Pandemiefolgen für den Betrieb, Analyse und Beseitigung etwaiger Mängel des Pandemieplans
Ansprechpartner
Unternehmen sollten bei der Erstellung eines eigenen Pandemienotfalls die Unterstützung von Experten in Anspruch nehmen. Hierfür bieten sich an:
- Arbeitsmedizinische Dienste: U.a. begleitet die Arbeitsmedizinische Dienste GmbH TÜV Rheinland Group Betriebe und deren Mitarbeiter bei der Planung, Erstellung und Umsetzung von Notfallplänen.
- Betriebsärzte: Unternehmen sollten zudem das Know-how des Betriebsarztes nutzen. Als Gesundheitsexperte informiert er die Beschäftigten über Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor Erkrankungen und macht sie frühzeitig mit den Verhaltensregeln bei einer Pandemie vertraut. Im Falle einer Pandemie ist er als Mitglied des Krisenstabs dafür zuständig, Informationen zum Stand der Pandemie zusammenzutragen und ist Ansprechpartner für Hygienefragen. Arbeitsmediziner organisieren, dokumentieren und führen ebenso Impfungen durch, sollte es zu einer Massenimpfung gegen das Schweinegrippe-Virus kommen.
Eine kostenlose Checkliste zur Vorbereitung der betrieblichen Pandemieplanung steht auf der Website des Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) zum Download bereit.

