Tipps zum richtigen Händewaschen?

Wann Hände waschen?

Mehrmals täglich und insbesondere:

Nach der Toilette

Vor dem Essen und Kochen

Nach dem Niesen, Schnäuzen oder Husten

Jedes Mal beim Nachhause kommen

Nach dem Umgang mit Kranken

Nach der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Nach dem Kontakt mit Abfällen

Nach dem Kontakt mit Tieren

Händewaschen - aber richtig!

30 Sekunden Zeit, ein wenig Wasser, geeignete Seife und ein sauberes Einmalhandtuch – mehr braucht es nicht, um sich im Alltag vor Krankheitserregern zu schützen. Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Zastrow, Arzt für Hygiene und Umweltmedizin und Leiter des Instituts für Hygiene der REGIOMED-KLINIKEN Coburg, erläutert: „Entscheidend ist die richtige Methode. Nur die Kombination von Einseifen, Reiben, Abspülen und Trocknen mit einem Einmalhandtuch erzielt den gewünschten Hygieneeffekt. Dazu sollten die Hände mindestens 20 Sekunden lang eingeseift werden. Wichtig dabei ist die Pflege der ganzen Hand, inklusive der Fingerzwischenräume, des Daumens und der Handgelenke. Da darf man in Gedanken schon zwei Mal «Happy Birthday» singen.“ Und wer der Umwelt noch etwas Gutes tun möchte, der dreht beim Einseifen das Wasser ab. Anschließend die Seifenreste unter fließendem Wasser abspülen und die Hände mit einem Stoff- oder Papierhandtuch sorgfältig abtrocknen. Die Temperatur des Wassers hat übrigens keinen Einfluss auf die Reinigungswirkung.

Seife: Flüssig oder am Stück?

Wer seine Hände nur unter warmes Wasser hält, kann das Händewaschen eigentlich auch bleiben lassen. Um die Hände wirkungsvoll zu säubern, hilft nur Seife – je gründlicher desto besser. Denn Wasser alleine entfernt keine Keime – da hilft nur Seife. Hygienischer als Seifenstücke sind Flüssigseifen, besonders in öffentlichen Waschräumen. Denn Stückseifen bleiben feucht und bilden auf ihrer Oberfläche häufig einen dünnen, feuchten Film – ein ideales Biotop für Viren und Bakterien. Besonders ergiebig und umweltfreundlich ist Schaumseife – sie spart sowohl Wasser als auch Seife.

Abtrocknen: Handtuch oder Gebläse?

Nach dem Abspülen Hände kurz abschütteln oder an der Hose abwischen? Besser nicht! Vielen ist nicht bewusst, dass die Hände nicht nur sorgfältig eingeseift und gewaschen, sondern auch richtig getrocknet werden sollten – am besten mit einem Einmalhandtuch. Studien haben gezeigt, dass feuchte Hände bis zu 1000 Mal mehr Bakterien übertragen als komplett trockene Hände. Damit ist klar: Das gründliche Abtrocken nach dem Waschen gehört zwingend zur richtigen Händhygiene. Wer eine öffentliche Toilette besucht, steht häufig vor der Wahl: Papiertücher, Stofftuch oder Lufttrockner. Experten empfehlen hier die Benutzung von Einmalhandtüchern. Das sind nicht immer Wegwerfprodukte! Auch Handtuchspender mit Retraktivsystem, die Stoffrollen nach Gebrauch wieder einziehen, gehören dazu. Diese sind außerdem saugfähiger als Papiertücher und wirbeln keine Erreger in den Waschraum wie Lufttrockner.

Hautschutz

Richtiges Händewaschen schützt vor ansteckenden Infektionen. Aber falsches oder sehr häufiges Händewaschen, vor allem bei hohen Wassertemperaturen oder mit scharfen Reinigungsmitteln, strapaziert die Haut. Der natürliche Säureschutzmantel der Haut wird angegriffen, die Haut neigt zu Trockenheit und Rissen. Durch diese kleinen Wunden können Krankheitserreger in den Körper eindringen. Sorgfältiger Hautschutz umfasst das Auftragen von speziellen Hautschutzpräparaten vor der Tätigkeit, Pflegemaßnahmen mit geeigneter Seife während der Arbeit und die Verwendung von Salben zur Förderung der Hautregeneration nach Tätigkeitsabschluss.

Weniger als 33% der Männer waschen sich nach dem Toilettengang regelmäßig die Hände. Frauen sind hier weit hygienebewusster: 64% waschen sich regelmäßig die Hände am Waschbecken.

„Nach dem Klo und vor dem Essen – Händewaschen nicht vergessen.“

Die meisten Menschen kennen diesen kleinen Hygiene-Reim. Trotzdem: Studien belegen, dass Händewaschen nach der Toilette längst keine Selbstverständlichkeit ist. Wissenschaftler der «London School of Hygiene and Tropical Medicine» beobachteten an Autobahnraststätten das Waschverhalten von run 200.000 Waschraumbesucherinnen und -besuchern. Das Resultat: Weniger als 33% der Männer haben sich nach dem Toilettengang die Hände mit Wasser und Seife gewaschen. Bei den Frauen waren es immerhin 64%. Aber nicht nur nach dem Toilettengang ist Händehygiene angebracht. Achten Sie auch auf saubere Hände vor und nach den Mahlzeiten, nach dem Naseputzen oder nach einer Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Rund 130 Mrd. Euro fallen infolge von Krankheit bei deutschen Unternehmen pro Jahr als Kosten an. Umgerechnet sind das 3.600 Euro pro Kopf.

3.600Euro
pro Kopf

Gesundheit auf Schritt und Tritt

Kratzen im Hals, die Nase läuft, dazu noch Husten: In der kalten Jahreszeit steigt die Zahl der Krankmeldungen. Erkrankungen wie Erkältungen, die Grippe oder ansteckenden Magen-Darm-Infektionen werden im wahrsten Sinne des Wortes von Hand zu Hand gereicht. Wer den öffentlichen Nahverkehr nutzt, hat laut britischen Forschern ein sechsmal höheres Infektionsrisiko als Menschen, die mit dem Fahrrad, Auto oder zu Fuß unterwegs sind. Aber auch in geschlossenen, beheizten Büroräumen verbreiten sich Krankheitserreger rasant. Abseits von Toiletten kommt man mit zahlreichen Infektionserregern in Kontakt: Ob beim Händeschütteln, auf Türklinken, an Kugelschreibern oder in Gemeinschaftskühlschränken. Übrigens: Die weitaus größte Bakteriendichte herrscht auf Computertastaturen. Das einfachste und zugleich meist unterschätzte Mittel, um den Krankenstand zu reduzieren und die Gesundheit von Kollegen und Mitarbeitern zu schützen: regelmäßiges und gründliches Händewaschen.

Die ganze Hand: Seifen Sie sowohl die Handinnenflächen als auch die Handrücken, Fingerspitzen, -zwischenräume und die Daumen ein.

 

Nicht zu kurz: Ausgiebiges Händewaschen sollte mindestens 20 Sekunden dauern. Erst dann tritt ein deutlicher Reinigungseffekt ein.

 

Richtig trocken: Trocknen Sie die Hände sorgfältig mit einem Einmal-Stoffhandtuch ab. Dabei entfernen Sie die hartnäckigen Keime, die nach dem Waschen immer noch auf der Haut sind.