Händehygiene am Arbeitsplatz

Der Kollege im Büro hustet, der Kunde im Meeting niest: Wer sich aus Pflichtgefühl trotz Ansteckungsgefahr zur Arbeit schleppt, tut seinem Unternehmen nicht immer einen Gefallen. Denn im schlimmsten Fall kann er eine ganze Menge Kollegen anstecken. Ob beim Händeschütteln oder wenn wir Gegenstände gemeinsam nutzen: Eine Übertragung von Krankheitserregern ist schnell passiert! Grippeviren zum Beispiel bleiben 48 Stunden lang auf Oberflächen aktiv. Um die Gesundheit der Kollegen zu schützen und einen hohen Krankenstand zu vermeiden, gilt daher: Stets auf eine sorgfältige Händehygiene achten. Nicht nur bei akuten Krankheitsfällen oder saisonalen Wellen – Grippezeit ist das ganze Jahr.

Die richtige Ausstattung für Händehygiene am Arbeitsplatz

  • Toilettenräume müssen mit Handwaschbecken ausgestattet sein, die fließend warmes und kaltes Wasser zur Verfügung stellen.
  • Ein Mittel zum Reinigen der Hände muss bereitgestellt werden – am besten Seife in Seifenspendern.
  • Das Abtrocknen der Hände muss ermöglicht werden – optimal sind Einmalhandtücher.
  • Mittel zum Desinfizieren sind gegebenenfalls zu stellen.
  • Mindestens ein Abfalleimer muss vorhanden sein und regelmäßig geleert werden. 
  • Wenn regelmäßig Desinfektionsmittel verwendet oder mit Lebensmitteln hantiert wird, sind Hautpflege- und Hautschutzmittel bereitzustellen – so sieht es der Hautschutzplan vor. 

Saubere Arbeit

Bebilderte Kurzanleitungen für den Waschraum können die Händehygiene am Arbeitsplatz wirkungsvoll unterstützen. Hier können Sie diese und weiteres Schulungsmaterial kostenlos bestellen.

Sie suchen Informationen zu den gesetzlichen Hygieneanforderungen, die für Arbeitsplätze innerhalb der EU festgelegt sind? In der Arbeitsstättenverordnung (4.1 Sanitärräume) finden Unternehmen und Betriebe die geltenden Richtlinien.

 

Händehygiene auf der Arbeit – das sagt der Gesetzgeber:

„Als hygienische Mittel zum Trocknen der Hände sind nur Handtücher zulässig, die zur einmaligen Benutzung bestimmt sind (Einmal-Handtücher). Es kommen z.B. in Frage:

  • Papierhandtücher, die aus einem Handtuchspender, von einer Rolle oder einer Ablage entnommen werden können,
  • Textilhandtuchautomaten, die ohne Wartezeit oder im Abstand von höchstens 5 Sekunden ein mindestens 20 cm langes, sauberes Handtuchstück freigeben und im Automaten das benutzte Handtuch vollständig getrennt von der Rolle mit der noch nicht benutzten Handtuchlänge aufwickeln.
  • Auch Warmlufthändetrockner können eingesetzt werden.“ 

 

Arbeitsstättenrichtlinie zu Waschräumen (ASR 35/1-4) / Unterpunkt 5.10

Händehygiene in Kitas und Schulen

Kinder toben in Kindergärten den ganzen Tag umher. Es wird gespielt, im Dreck gebuddelt und Finger oder Gegenstände landen ständig im Mund. So werden Erreger schnell weitergereicht. Um die Ansteckungsgefahr hier wirkungsvoll einzudämmen, ist es wichtig, schon frühzeitig Händehygiene einzuüben. Dabei helfen nicht nur Pädagogen, sondern auch ein kindgerecht gestalteter Waschraum mit Geräten, die auch für die Kleinsten intuitiv zu bedienen sind. Ein wichtiger Schritt in die Selbstständigkeit. Das gilt auch für die Schule: Ob im Klassenzimmer, auf dem Pausenhof oder in der Sporthalle – eine bewusste Händehygiene verhindert einen hohen Krankenstand. Bei Schülern und bei Lehrern.

Die wichtigsten Tipps für Schüler, Lehrer und Erzieher

  • Regelmäßiges und gründliches Händewaschen.
  • Zum Händetrocknen Einmalhandtücher aus Stoff oder Papier benutzen – keine Gemeinschaftshandtücher verwenden.
  • Räume regelmäßig lüften.
  • Zum Schnäuzen nur Einmaltaschentücher aus Papier verwenden.
  • Beim Husten und Niesen nicht die Hand vor den Mund halten, sondern in die Armbeuge husten und niesen.
  • Auf die eigene Gesundheit achten und seine Widerstandskräfte durch gesunde Ernährung und Sport stärken.
  • Mögliche Symptome ernst nehmen: Bei Anzeichen einer Erkrankung unbedingt zu Hause bleiben.

So wird Händehygiene zum Kinderspiel

Spiegelaufkleber und Poster mit den wichtigsten Hygieneregeln können hier kostenlos bestellt und in Schulen und Kitas zur Hygieneaufklärung verwendet werden.

Auch für öffentliche Schulen und Kitas („Unternehmen ohne Erwerbscharakter“) ist die Arbeitsstättenverordnung bindend. Unter Punkt „4.1 Sanitärräume“ finden Sie die aktuellen Hygieneanforderungen und EU Richtlinien.

Hände waschen in Kitas und Schulen – das sagt der Gesetzgeber:

„Den Beschäftigten (…) sind leicht erreichbare Händewaschplätze (…) Direktspender mit hautschonenden Waschmitteln, Händedesinfektionsmitteln und geeignete Hautpflegemittel sowie Handtücher zum einmaligen Gebrauch zur Verfügung zu stellen.“

 

Unfallverhütungs-vorschrift (UVV) BGV C 8 „Gesundheitsdienst“ § 6, Absatz 1

Händehygiene in der Gastronomie

Schneiden, salzen, Suppe rühren – in der Küche läuft nichts ohne Handarbeit. Darum ist Händehygiene in der Gastronomie ein absolutes Muss. Nur so ist die Gesundheit der Gäste und die der Mitarbeiter wirkungsvoll gewährleistet. Aber mit einmaligem Waschen vor Beginn der Zubereitung ist es natürlich nicht getan. Wer Kreuzkontamination – die Übertragung von Keimen von einem Lebensmittel auf ein anderes – vermeiden will, muss Arbeitsgeräte und Hände immer wieder reinigen.

Nicht zu vergessen: Auch Hautschutz ist im Küchenbereich von der Berufsgenossenschaft vorgeschrieben. Wer kontinuierlich mit Wasser in Kontakt kommt, Handschuhe trägt oder häufig seine Hände reinigt, dessen Haut ist in besonderem Maße strapaziert und bedarf einer entsprechend reichhaltigen Pflege.

Eine umsichtige Küchenausstattung sorgt dafür, dass diese gesetzlichen Standards zu Hygiene und Hautschutz problemlos eingehalten werden – auch wenn es mal schnell gehen muss. Und wer seine Gäste wirklich beeindrucken will, der stellt ihnen ansprechende Waschräume und einen hygienischen Gastraum zur Verfügung. Schließlich ist Sauberkeit die beste Visitenkarte.

Tipps für die Händehygiene in professionellen Küchen

  • Fingernägel stets sauber und kurz geschnitten halten, nicht lackieren.
  • Offene Wunden mit Pflaster, Verband oder Gummifingerling wasserdicht abdecken.
  • Vor Arbeitsbeginn Handschmuck und Armbanduhr ablegen.
  • Hände regelmäßig und sorgfältig im Sanitärbereich waschen – keinesfalls über dem Spülbecken. 
  • Zubereitete Speisen und Geschirrinnenflächen nicht mit bloßen Händen anfassen.
  • Nach Arbeiten mit rohen Lebensmitteln und dem Toilettenbesuch Hände zusätzlich desinfizieren.
  • Für den gesetzlich vorgeschriebenen Hautschutz nur Pflegeprodukte verwenden, die aus Gründen des Produktschutzes frei von Parfümen und Farbstoffen sind. 

 

Hände waschen in der Gastronomie – das sagt der Gesetzgeber:

Für alle Betriebe, die mit Lebensmitteln umgehen, sieht die Europäische Lebensmittelhygieneverordnung den Einsatz von „Vorrichtungen zum hygienischen Waschen und Trocknen der Hände (...) vor“ (Verordnung (EG) Nr. 852/2004). Bei der Interpretation von Vorrichtungen für die Händetrocknung

 

orientieren sich die Gesundheitsministerien der deutschen Bundesländer erneut an den Vorgaben der
Arbeitsstättenrichtlinie.